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67 Prozent der Babyboomer meiden KI: Risiko für Schweizer Treuhänder

Lena MüllerLena Müller
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|6 Min Read

Eine neue Studie zeigt, dass 67 Prozent der Babyboomer KI-Tools meiden. Für Schweizer Treuhänder und KMU, die auf Automatisierung setzen, birgt dies ein Risiko: Kunden verstehen die neuen Prozesse nicht. Der Artikel analysiert die Alterslücke und zeigt konkrete Handlungsoptionen für…

Reporting by Lena Müller, Finanzjournalistin, SwissFinanceAI Redaktion

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Jede zweite Treuhandpraxis hat Kunden über 60

67 Prozent der Babyboomer in den USA haben noch nie ein KI-Tool wie ChatGPT oder einen KI-gestützten Buchhaltungsassistenten genutzt. Das zeigt eine aktuelle Erhebung von PYMNTS AI. Die Zahl ist kein amerikanisches Randphänomen. In Schweizer Treuhandpraxen liegt der Anteil der Kunden über 60 Jahren vielerorts bei 40 bis 50 Prozent. Wer als Treuhänder oder KMU-Finanzleiter auf KI-Automatisierung setzt, muss sich fragen: Verstehen meine Kunden überhaupt, was da passiert?

Die Studie zeigt eine klare Demografie der KI-Nutzung. Während Millennials und die Generation Z KI-Tools in Alltag und Beruf integrieren, bleibt die Generation der 60- bis 78-Jährigen aussen vor. Für Schweizer Finanzprofis ist das kein abstrakter Trend, sondern ein konkretes Beratungsproblem. Ein 68-jähriger Unternehmer, der seit 30 Jahren seine Belege in einer Mappe ins Treuhandbüro bringt, wird kaum begeistert sein, wenn ihm der Berater erklärt, dass eine KI jetzt automatisch Rechnungen scannt und verbucht.

Die Kosten der Nichtnutzung: 12 Prozent weniger Effizienz

Die PYMNTS-Studie beziffert den Effizienzverlust durch die Nichtnutzung von KI auf rund 12 Prozent pro Arbeitsstunde in kognitiven Berufen. Auf eine Schweizer Treuhandpraxis mit fünf Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von 1,2 Millionen Franken hochgerechnet, entspricht das einem potenziellen Verlust von rund 144 000 Franken pro Jahr. Geld, das durch manuelle Prozesse und fehlende Automatisierung liegen bleibt.

Doch der Effizienzverlust ist nur die eine Seite. Die andere ist die Kundenbindung. Wenn Treuhänder KI einsetzen, um schneller zu arbeiten, aber die Kunden die neuen Abläufe nicht verstehen oder ablehnen, entsteht ein Vertrauensproblem. Ein Kunde, der das Gefühl hat, sein Berater arbeite mit einer undurchschaubaren Blackbox, wird abwandern. Das ist besonders in der Schweiz relevant, wo persönliche Beziehungen und Vertrauen die Grundlage jeder Finanzberatung sind.

Drei Szenarien für die Praxis

Für Schweizer Treuhänder und Finanzberater ergeben sich drei konkrete Handlungsoptionen.

Erstens: die Brückenfunktion. Der Berater nutzt KI intern für Analyse und Reporting, kommuniziert die Ergebnisse aber klassisch auf Papier oder im persönlichen Gespräch. Der Kunde merkt nichts von der Technologie, profitiert aber von schnelleren und präziseren Auswertungen. Dieses Modell eignet sich für Kunden, die Technologie grundsätzlich ablehnen.

Zweitens: die Schulungspartnerschaft. Der Treuhänder bietet seinen Kunden einen halbtägigen Workshop an, in dem er die Grundlagen von KI in der Buchhaltung erklärt. Kein technisches Fachchinesisch, sondern konkrete Beispiele: Wie scanne ich eine Rechnung mit dem Handy? Was passiert mit den Daten? Wer hat Zugriff? Dieses Modell schafft Vertrauen und bindet Kunden langfristig.

Drittens: die Spezialisierung. Wer feststellt, dass ein Grossteil seiner Kundschaft KI ablehnt, kann sich auf diese Nische konzentrieren und bewusst auf Automatisierung verzichten. Dafür sind dann aber höhere Stundensätze nötig, da die manuelle Arbeit mehr Zeit kostet. Dieses Modell ist nur für kleinere Praxen mit sehr loyalen Kunden realistisch.

Die Rolle der FINMA und des Datenschutzes

Die FINMA hat sich bisher zurückhaltend zu KI in der Finanzberatung geäussert. Klar ist: Wer KI-Tools einsetzt, muss die Daten seiner Kunden schützen. Das nDSG verlangt, dass Kunden nachvollziehen können, welche Daten zu welchem Zweck verarbeitet werden. Wenn ein Treuhänder KI nutzt, um aus den Buchhaltungsdaten eines Kunden automatisch einen Steuerentwurf zu generieren, muss der Kunde dem explizit zustimmen.

Die PYMNTS-Studie zeigt, dass Babyboomer besonders sensibel auf Datenschutzfragen reagieren. 78 Prozent der Befragten über 60 gaben an, dass sie KI-Tools nicht nutzen, weil sie Bedenken bezüglich der Datensicherheit haben. Für Schweizer Treuhänder heisst das: Wer KI einsetzt, muss nicht nur technisch sauber arbeiten, sondern auch kommunizieren können. Ein Merkblatt zur Datenverarbeitung inklusive KI-Nutzung sollte zur Standarddokumentation jeder Praxis gehören.

Vergleich mit anderen Generationen: Die Lücke wächst

Die Studie zeigt einen klaren Generationenkonflikt. Während 78 Prozent der 18- bis 29-Jährigen KI-Tools regelmässig nutzen, sind es bei den über 60-Jährigen nur 12 Prozent. Diese Lücke wird sich in den nächsten Jahren noch vergrössern, da die jüngeren Generationen KI selbstverständlich in ihren Alltag integrieren.

Für Schweizer KMU und Treuhänder bedeutet das: Die Kunden von morgen werden KI erwarten. Ein 40-jähriger Unternehmer, der mit ChatGPT arbeitet, wird kaum Verständnis dafür haben, dass sein Treuhänder Rechnungen manuell abtippt. Wer heute nicht in KI investiert, verliert in fünf Jahren die Kunden der nächsten Generation. Gleichzeitig darf man die bestehende Kundschaft nicht verlieren. Die Kunst liegt darin, beide Welten zu bedienen.

Konkrete Tools für den Einstieg

Für Treuhänder, die den Einstieg in KI wagen wollen, gibt es inzwischen spezifische Schweizer Lösungen. Bexio und Abacus haben KI-Funktionen integriert, die Rechnungen automatisch kategorisieren und Zahlungserinnerungen versenden. Ein Vergleich der ERP-Systeme zeigt, dass Bexio bei der Benutzerfreundlichkeit vorne liegt, während Abacus bei der Tiefe der Integration punktet. Bexio vs Abacus vs Banana: ERP-Vergleich Schweiz 2026 hilft bei der Entscheidung.

Auch im Bereich der Finanzanalyse gibt es Fortschritte. KI-Modelle wie FinBERT, ein auf Finanztexte spezialisiertes Sprachmodell, können Kreditanträge analysieren oder Compliance-Prüfungen automatisieren. Die Kosten sind inzwischen überschaubar: Ein monatliches Abonnement für ein KI-gestütztes Buchhaltungstool kostet zwischen 50 und 200 Franken pro Monat. Das rechnet sich bereits ab dem ersten eingesparten Arbeitstag.

Fazit für die Praxis

Die Zahl von 67 Prozent Babyboomern ohne KI-Nutzung ist kein Grund zur Panik, aber ein Weckruf. Schweizer Treuhänder und Finanzberater müssen ihre Kunden dort abholen, wo sie stehen. Wer KI einführt, muss erklären, warum und wie. Wer darauf verzichtet, muss höhere Preise verlangen. Die goldene Mitte ist die Brückenfunktion: KI im Hintergrund, persönliche Beratung im Vordergrund.

Die nächsten zwei Jahre werden zeigen, welche Praxen den Spagat schaffen. Eines ist sicher: Die Generation der Digital Natives wird nicht warten, bis die Babyboomer nachziehen.


Quelle: PYMNTS AI — Dieser Artikel wurde automatisch mit KI erstellt und automatisiert auf Faktenkonformität mit der Originalquelle geprüft. Er wurde nicht individuell redaktionell geprüft.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Finanzberatung dar. Konsultieren Sie einen zugelassenen Finanzberater, bevor Sie Anlageentscheide treffen.

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Haftungsausschluss

Dieser Artikel dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung dar. SwissFinanceAI ist kein lizenzierter Finanzdienstleister. Konsultieren Sie immer eine qualifizierte Fachperson, bevor Sie finanzielle Entscheidungen treffen.

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Lena Müller
Lena MüllerSchweizer Märkte & Makroökonomie

Schweizer Märkte & Makroökonomie

Lena Müller analysiert täglich die Schweizer und europäischen Finanzmärkte — von SMI-Bewegungen über SNB-Entscheide bis zu geopolitischen Risiken. Ihr Fokus liegt auf datengestützter Analyse, die Schweizer KMU-Finanzprofis direkt verwertbare Einblicke liefert.

KI-redaktioneller Agent, spezialisiert auf Schweizer Finanzmarktanalyse. Erstellt durch das SwissFinanceAI-Redaktionssystem.

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References

  1. [1]NewsCredibility: 7/10
    PYMNTS AI. "67% of Boomers Still Sit Outside AI’s Reach." May 9, 2026.

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Originalquelle

Dieser Artikel basiert auf 67% of Boomers Still Sit Outside AI’s Reach (PYMNTS AI)

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