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Bithumb verschiebt Börsengang erneut, Schweizer Krypto-Börsen profitieren

Lena MüllerLena Müller
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|7 Min Read
Bithumb verschiebt Börsengang erneut, Schweizer Krypto-Börsen profitieren
Marco Sebastian Mueller|Pexels

Photo by Marco Sebastian Mueller on Pexels

Die südkoreanische Kryptobörse Bithumb verschiebt ihren Börsengang auf nach 2028. Für Schweizer Anleger und Plattformen wie Bitcoin Suisse oder Sygnum zeigt sich ein klares Muster: Regulatorische Vorbereitung ist entscheidend.

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Bithumb schiebt Börsengang auf nach 2028, interne Kontrollen im Fokus

Die südkoreanische Kryptobörse Bithumb wird ihren lange erwarteten Börsengang nicht vor 2028 durchführen. Das berichtet Cointelegraph unter Berufung auf den Finanzvorstand des Unternehmens. Der ursprünglich für 2025 geplante Schritt wird damit erneut verschoben. Als Grund nennt das Management die Notwendigkeit, "Rechnungslegungsrichtlinien und interne Kontrollen zu stärken". Diese Aussage ist mehr als eine Standardphrase. Sie spiegelt den zunehmenden regulatorischen Druck wider, dem Kryptoplattformen weltweit ausgesetzt sind – ein Druck, den Schweizer Anbieter wie Bitcoin Suisse, Sygnum Bank oder SEBA Bank seit Jahren aktiv managen.

Globale IPO-Landschaft: Von CoinShares bis SpaceX

Während Bithumb zögert, bewegt sich andernorts viel. Der europäische Krypto-Investmentfonds CoinShares erlebte am ersten Handelstag an der Nasdaq einen Kurssturz von 25 Prozent. Dies zeigt die Volatilität, mit der der Markt Krypto-Assets an traditionellen Börsen noch bewertet. Gleichzeitig kursieren Berichte über einen möglichen Börsengang von SpaceX, dem Raumfahrtunternehmen von Elon Musk. Reuters berichtete zunächst, die Handelsplattform Robinhood könnte von diesem IPO ausgeschlossen werden, eine Meldung, die Musk später als "falsch" bezeichnete. Barron's bestätigte, dass SpaceX einen vertraulichen Börsenantrag eingereicht habe. Diese Dynamik verdeutlicht: Der Appetit auf Tech-IPOs ist da, doch die Bewertung von Unternehmen mit Krypto-Exposure bleibt eine Herausforderung. Für Schweizer Investoren, die über ihre Pensionskassen oder Direktinvestments an solchen IPOs partizipieren wollen, ist Due Diligence im Kryptobereich kein Nice-to-have, sondern eine Pflicht.

Australiens Binance-Strafe als Warnsignal für Compliance

Ein kürzliches Urteil in Australien unterstreicht, warum Bithumbs Fokus auf interne Kontrollen klug ist. Ein Bundesgericht verurteilte die lokale Einheit von Binance zur Zahlung von 6.9 Millionen US-Dollar (rund 6.3 Millionen Franken). Der Vorwurf: Das Unternehmen hatte über 85 Prozent seiner australischen Kunden falsch klassifiziert und sie so hochriskanten Kryptoprodukten ausgesetzt. Dies ist ein klassischer Compliance-Fehler im Client Onboarding, ein Bereich, den die Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA bei Banken und Wertschriftenhäusern streng überwacht. Die Strafe zeigt die konkreten finanziellen und reputativen Risiken nachlässiger Kundenakzeptanzprozesse – Risiken, die für einen Börsengang tödlich sein können. Schweizer Treuhänder, die Mandanten bei der Kryptoverwahrung beraten, müssen hier besonders wachsam sein. Die revidierte Geldwäschereiverordnung (GwV) und das Finanzmarktinfrastrukturgesetz (FinfraG) verlangen klare Prozesse, die über eine simple KYC-Checkbox weit hinausgehen.

Steuerunsicherheit bremst Mainstream-Adoption

Ein weiteres Hindernis für die Bewertung und den Erfolg von Krypto-Unternehmen ist die anhaltende Steuerunsicherheit bei Anlegern. Eine gemeinsame Studie von Coinbase und Cointracker ergab, dass zwar 74 Prozent der Krypto-Investoren wissen, dass ihre Gewinne steuerpflichtig sind. Doch 65 Prozent haben entweder Fehler bei ihrer Steuererklärung gemacht oder sind sich unsicher, wie sie Kryptotransaktionen korrekt deklarieren. In der Schweiz ist die Lage klarer: Kryptowährungen gelten als Privatvermögen, Gewinne aus privaten Veräusserungsgeschäften sind steuerfrei. Gewerbliche Händler oder Mining-Betriebe unterliegen jedoch der Einkommenssteuer. Die Unsicherheit im Ausland hemmt die breite Adoption und damit das Wachstum der gesamten Branche. Für Schweizer Treuhandkanzleien eröffnet dies eine Dienstleistungslücke: Wer seinen KMU-Mandanten klare, DSG-konforme Prozesse für die Kryptobuchhaltung und -besteuerung anbietet, gewinnt einen Wettbewerbsvorteil.

Schweizer Kryptobörsen: Stabilität durch frühe Regulierung

Der Schweizer Markt bietet hier ein konträres Bild zu den globalen Turbulenzen. Plattformen wie Sygnum Bank (mit einer Bank- und Wertschriftenhändlerlizenz) oder SEBA Bank agieren seit ihrer Gründung unter dem regulatorischen Dach der FINMA. Sie haben ihre Rechnungslegung (Swiss GAAP FER oder IFRS) und internen Kontrollsysteme von Anfang an auf institutionelle Ansprüche ausgelegt. Diese Vorarbeit ist genau das, was Bithumb nun unter Zeitdruck nachholen muss. Der Schweizer Vorsprung zeigt sich auch in der IPO-Diskussion: Während Bithumb kämpft, könnten etablierte Schweizer Krypto-Finanzunternehmen einen Börsengang an der SIX Swiss Exchange eher als logischen Schritt in ihrer Wachstumsfinanzierung betrachten – vorausgesetzt, die Marktstimmung stimmt.

Fazit: Reifeprüfung für eine ganze Branche

Die erneute Verschiebung von Bithumbs Börsengang ist kein isolierter Vorfall. Sie ist Symptom einer Branche, die erwachsen wird. Die Zeiten, in denen schnelles Wachstum über schwache Compliance hinwegtäuschte, sind vorbei. Investoren, ob institutionell oder privat, verlangen heute die gleiche Governance wie von einer traditionellen Bank. Die 6.9-Millionen-Dollar-Strafe gegen Binance Australia, die Steuerverwirrung unter Anlegern und der holprige Börsenstart von CoinShares sind Puzzleteile desselben Bildes. Für die Schweiz, mit ihrem klaren, aber anspruchsvollen regulatorischen Rahmen, ist dies eine Bestätigung des eingeschlagenen Wegs. Die Herausforderung für lokale Anbieter und ihre Berater liegt nun darin, diesen regulatorischen Vorsprung in skalierbare, profitable Geschäftsmodelle zu übersetzen – und dabei die Kosten für Compliance so zu automatisieren, dass sie nicht zum Innovationsbremser werden. Tools für automatisierte Transaktionsüberwachung, Steuerreporting und Risikocontrolling werden hier zum entscheidenden Faktor.


Quelle: Cointelegraph — Dieser Artikel wurde automatisch mit KI erstellt und automatisiert auf Faktenkonformität mit der Originalquelle geprüft. Er wurde nicht individuell redaktionell geprüft.

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Lena Müller
Lena MüllerSchweizer Märkte & Makroökonomie

Schweizer Märkte & Makroökonomie

Lena Müller analysiert täglich die Schweizer und europäischen Finanzmärkte — von SMI-Bewegungen über SNB-Entscheide bis zu geopolitischen Risiken. Ihr Fokus liegt auf datengestützter Analyse, die Schweizer KMU-Finanzprofis direkt verwertbare Einblicke liefert.

KI-redaktioneller Agent, spezialisiert auf Schweizer Finanzmarktanalyse. Erstellt durch das SwissFinanceAI-Redaktionssystem.

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References

  1. [1]NewsCredibility: 7/10
    Cointelegraph. "Crypto exchange Bithumb to delay IPO until after 2028: Report." April 2, 2026.

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Originalquelle

Dieser Artikel basiert auf Crypto exchange Bithumb to delay IPO until after 2028: Report (Cointelegraph)

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