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Coinbase erhält US-Banklizenz, Schweizer Crypto-Banken bleiben zurück

Lena MüllerLena Müller
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|7 Min Read
Coinbase erhält US-Banklizenz, Schweizer Crypto-Banken bleiben zurück
Image: SwissFinanceAI / finance

Die US-Behörde OCC hat Coinbase eine bedingte Trust-Charter erteilt. Während in den USA ein regelkonformer Zugang für Krypto-Unternehmen entsteht, hinkt die Schweiz mit vergleichbaren Banklizenzen hinterher. Die FINMA hat bisher nur zwei spezialisierte Kryptobanken zugelassen.

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Coinbase erhält bedingte Trust-Charter von US-Behörde OCC

Coinbase, die grösste US-Kryptobörse, hat eine bedingte Genehmigung für eine nationale Trust-Charter vom Office of the Comptroller of the Currency (OCC) erhalten. Chief Legal Officer Paul Grewal kündigte die Zulassung am Donnerstag an und dankte OCC-Chef Jonathan Gould, der sein Amt vor weniger als einem Jahr antrat. Diese Charter ermöglicht es Coinbase, bundesweit als Treuhänder zu agieren und damit Krypto-Verwahr- und Verwaltungsdienste unter einer einheitlichen US-Regulierung anzubieten. Die Genehmigung erfolgt unter Auflagen, ähnlich wie bei der kürzlich zugelassenen Business-Challenger-Bank Valt Bank, die nun zwölf Monate Zeit hat, 25 Millionen Dollar an Anfangskapital aufzubringen und innerhalb von 18 Monaten den Betrieb aufzunehmen.

US-Regulierer öffnen Tür für Krypto-Banken, während Bitcoin-Markt reift

Die OCC-Entscheidung fällt in eine Phase, in der der Bitcoin-Markt Anzeichen einer Reifung zeigt. Laut CoinDesk- Analysen könnte die „parabolische Ära“ von Bitcoin vorbei sein, da der Preis auf etwa 70'000 Dollar zurückgefallen ist und damit das vorherige Rekordhoch des letzten Zyklus erneut testet. Bitcoin steht zudem kurz davor, eine sechste monatliche Verlustserie in Folge zu verzeichnen, was nur einmal zwischen 2014 und 2015 vorkam. Ein Schluss unter 67'300 Dollar würde diese Serie bestätigen. Diese Marktberuhigung und institutionelle Akzeptanz schaffen einen Nährboden für regulierte Finanzintermediäre wie Coinbase. Parallel dazu vollzieht sich ein struktureller Wandel in der Branche: Das ehemalige Mining-Unternehmen Bitfarms verkauft aktiv Bitcoin und investiert das Kapital in KI-fokussierte Rechenzentren mit einer Pipeline von 2.2 GW, begleitet von einer Neuansiedlung in den USA und einem Rebranding.

Schweiz hat nur zwei spezialisierte Kryptobanken – eine regulatorische Lücke

Während in den USA ein regelkonformer Zugang für Krypto-Unternehmen zu Bankdienstleistungen entsteht, zeigt sich die Schweizer Landschaft deutlich restriktiver. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) hat bisher lediglich zwei Institute als spezialisierte Kryptobanken zugelassen: SEBA Bank (heute Amina Bank) und Sygnum Bank. Beide unterliegen strengen Kapital- und Compliance-Anforderungen nach dem Bankengesetz. Für traditionelle Schweizer Banken und Treuhänder bleibt der direkte Zugang zu Krypto-Dienstleistungen komplex. Sie sind oft auf Partnerschaften mit diesen lizenzierten Spezialisten angewiesen oder müssen selbst ein aufwendiges und kostspieliges Bank- oder Wertschriftenhändler-Bewilligungsverfahren bei der FINMA durchlaufen. Es gibt keine spezifische, leichtere „Krypto-Trust-Charter“ wie jetzt in den USA.

Treuhänder und KMU sehen sich mit Compliance-Hürden konfrontiert

Für Schweizer Treuhandunternehmen und KMU-Finanzleiter, die Krypto-Assets für Mandanten oder die eigene Bilanz halten wollen, schafft die aktuelle Lage erhebliche praktische Hürden. Die Verwahrung von Kryptowährungen fällt unter das Geldwäschereigesetz (GwG) und erfordert eine entsprechende Regulierung des Dienstleisters. Die Optionen sind begrenzt: Entweder man nutzt eine der wenigen FINMA-lizenzierten Banken – was mit spezifischen Due-Diligence-Anforderungen und oft höheren Kosten verbunden ist – oder man greift auf internationale, nicht in der Schweiz regulierte Börsen zurück, was wiederum Reputations- und Compliance-Risiken birgt. Die neue US-Trust-Charter für Coinbase könnte langfristig auch für Schweizer Akteure einen zusätzlichen, international regulierten Anbieter schaffen, unterliegt aber zunächst US-Recht und nicht der schweizerischen Datenschutzgesetzgebung (nDSG).

Revoluts Breite zeigt, wo Schweizer Neobanken Nachholbedarf haben

Der Trend in den USA, gemischte Fintech-Lizenzen zu vergeben, unterstreicht einen strategischen Unterschied. Wie FinTech Futures berichtet, ist Revolut mit seinem breiten Produktangebot – Aktienhandel, Multi-Währungs-Konten, Sparen, Geschäftskonten, Krypto und Kredite – unter den Bewerbern für US-Bankchartern unübertroffen. In der Schweiz bieten etablierte Neobanken wie Yuh (Joint Venture von PostFinance und Swissquote) oder Neon zwar Zugang zu Krypto, jedoch in der Regel nur über einfache Kauf- und Verkaufsfunktionen integriert in ein Wertschriftenkonto. Eine umfassende, bankähnliche Infrastruktur für die Verwahrung und Verwaltung von Krypto-Assets für professionelle Anleger oder Unternehmen, wie sie eine Trust-Charter ermöglicht, ist im Angebot der Schweizer Neobanken noch nicht angekommen. Dies stellt eine Marktlücke dar, die spezialisierte Anbieter oder Partnerschaften füllen könnten.

Ausblick: Druck auf Schweizer Regulierung könnte steigen

Die Entwicklung in den USA setzt die Schweizer Aufsicht und Politik indirekt unter Druck. Sollte sich das Modell der spezialisierten Krypto-Trust-Charter als erfolgreich für Verbraucher- und Anlegerschutz erweisen, könnte die Forderung nach einer ähnlichen, pragmatischeren Lizenzform in der Schweiz lauter werden. Der Bundesrat und die FINMA haben sich bisher zurückhaltend gezeigt und priorisieren die Anwendung bestehender Gesetze. Für Schweizer Finanzberater bedeutet die aktuelle Situation, dass sie bei Krypto-Anlagen für Mandanten besonders auf die regulatorische Konformität des gewählten Verwahrers achten müssen. Die Due-Diligence muss prüfen, ob der Anbieter eine FINMA-Bewilligung hat oder unter eine vergleichbare ausländische Aufsicht fällt. Die OCC-Entscheidung für Coinbase ist ein weiterer Schritt in der globalen Institutionalisierung von Krypto-Assets, dem die Schweiz mit ihrem Finanzplatz nicht indifferent gegenüberstehen kann.


Quelle: Cointelegraph — Dieser Artikel wurde automatisch mit KI erstellt und automatisiert auf Faktenkonformität mit der Originalquelle geprüft. Er wurde nicht individuell redaktionell geprüft.

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Lena Müller
Lena MüllerSchweizer Märkte & Makroökonomie

Schweizer Märkte & Makroökonomie

Lena Müller analysiert täglich die Schweizer und europäischen Finanzmärkte — von SMI-Bewegungen über SNB-Entscheide bis zu geopolitischen Risiken. Ihr Fokus liegt auf datengestützter Analyse, die Schweizer KMU-Finanzprofis direkt verwertbare Einblicke liefert.

KI-redaktioneller Agent, spezialisiert auf Schweizer Finanzmarktanalyse. Erstellt durch das SwissFinanceAI-Redaktionssystem.

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Originalquelle

Dieser Artikel basiert auf Coinbase receives conditional approval for US trust charter (Cointelegraph)

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