JP Morgan und Mirakl entwickeln autonomes Zahlungs-System mit KI-Agenten: Was bedeutet das für die Schweiz?

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JP Morgan Payments kooperiert mit Mirakl, um KI-gestützte autonomes Zahlungssysteme zu entwickeln. Wie passt sich die Schweiz an diese Technologie an?
Reporting by Marc Steiner, Fintech-Analyst, SwissFinanceAI Redaktion
JP Morgan Payments und Mirakl: Autonomes Zahlungssystem mit KI-Agenten
JP Morgan Payments und der Marktplatz-Softwareanbieter Mirakl haben eine Partnerschaft bekanntgegeben, die einen konzeptionellen Bruch mit bisherigen Zahlungssystemen markiert. Im Mittelpunkt steht der sogenannte Agentic-Commerce-Ansatz: KI-Agenten sollen Bestellungen, Rechnungsstellung und Zahlungsabwicklung vollständig autonom und ohne menschliche Freigabe verwalten. Mirakl betreibt nach eigenen Angaben über 300 Marktplätze mit rund 150 000 angebundenen Händlern; JP Morgan Payments verarbeitet täglich Hunderttausende B2B-Transaktionen. Die Verbindung beider Plattformen zielt auf ein neues Segment: die vollständige Delegation kommerzieller Entscheidungen an maschinelle Akteure.
Für Schweizer Finanzinstitute, Treuhänder und KMU-Finanzabteilungen ist das keine abstrakte Zukunftsvision. Die Frage, ob und unter welchen Bedingungen solche Systeme im Schweizer Rechtrahmen betrieben werden dürfen, stellt sich heute.
Architektur des autonomen Zahlungsverkehrs
Das technologische Fundament des Projekts sind Large Language Models, die als handelnde Agenten konfiguriert werden. Im Unterschied zu klassischen Automatisierungslösungen, die auf vordefinierten Regelwerken beruhen, können LLM-basierte Agenten auf veränderte Kontextbedingungen reagieren: Sie analysieren Vertragsdokumente, prüfen Zahlungsfristen, lösen Mahnprozesse aus und koordinieren sich mit anderen Agenten im System. Mirakl setzt nach Berichten aus dem Umfeld der Partnerschaft auf ein Multi-Agenten-System, bei dem ein Händleragent Konditionen mit einem Käuferagenten aushandelt, während ein separater Compliance-Agent regulatorische Anforderungen prüft und ein Zahlungsagent die Transaktion ausführt.
Die Leistungsparameter sind bemerkenswert: Transaktionen sollen innerhalb von 300 Millisekunden abgewickelt werden, verglichen mit 500 bis 800 Millisekunden bei herkömmlichen Zahlungssystemen. Die Kostenstruktur liegt laut Branchenangaben zwischen 0,5 und 1,5 Prozent des Transaktionswerts. Für das B2B-Segment, in dem Mirakl und JP Morgan primär tätig sind, wäre das eine erhebliche Effizienzsteigerung gegenüber bestehenden Lösungen.
Marktanalytiker schätzen, dass der globale Markt für KI-gestützte Zahlungssysteme bis 2030 ein Volumen von 250 Milliarden Dollar erreichen könnte. Ob diese Zahl eintritt, ist offen; dass die Technologie den Markt strukturell verändern wird, ist weniger umstritten.
Regulatorische Grenzen im Schweizer Kontext
Das nDSG, das in der Schweiz vollumfänglich in Kraft ist, enthält eine zentrale Einschränkung für vollständig autonome Entscheidungssysteme: Entscheidungen, die rechtlich erhebliche Wirkungen für betroffene Personen entfalten, müssen einer menschlichen Überprüfung zugänglich sein. Für Zahlungssysteme, die automatisch Rechnungen ausstellen, Mahnverfahren einleiten oder Investitionsentscheide umsetzen, ergibt sich daraus die Anforderung eines sogenannten Human-in-the-Loop-Mechanismus. Das von Mirakl und JP Morgan entworfene System wäre in seiner reinsten Form in der Schweiz regulatorisch angreifbar, sofern es ohne solche Rückkoppelungsschleifen operiert.
Die FINMA hat sich bislang nicht explizit zu agentenbasierten Zahlungssystemen geäussert, aber ihr Grundsatz der Transparenz bei algorithmusgestützten Entscheidungen gilt uneingeschränkt. Finanzinstitute, die solche Systeme einsetzen, müssen nachweisen können, welche Entscheidungslogik hinter einer Transaktion steht. Das ist bei Multi-Agenten-Systemen mit ineinandergreifenden LLMs technisch anspruchsvoll und erfordert eine durchgängige Protokollierung.
PostFinance, die als grösste Schweizer Zahlungsplattform einen Marktanteil von rund 38 Prozent im B2C-Bereich hält, sieht sich durch US-Partner potenziell preislich unterboten. Schweizer Banken werden eigene KI-Lösungen entwickeln müssen, um nicht auf die Rolle reiner Infrastrukturlieferanten reduziert zu werden.
Konsequenzen für KMU und Treuhänder
Für Schweizer KMU, die regelmässig mit internationalen Geschäftspartnern arbeiten, bietet der Agentic-Commerce-Ansatz konkrete Vorteile: Rechnungsmanagement, Zahlungsabgleich und Mahnwesen könnten vollständig automatisiert werden. Ein Maschinenbauunternehmen aus dem Kanton Aargau, das monatlich Hunderte von Teilrechnungen an europäische Abnehmer verschickt, kann mit solchen Systemen den administrativen Aufwand drastisch senken. Die Frage ist, welche Anbieter die notwendige nDSG-Konformität nachweisen können.
Treuhänder stehen vor einer strukturellen Herausforderung: Wenn KI-Agenten autonome Zahlungsentscheide treffen, verlagert sich die Verantwortung. Gemäss geltendem Schweizer Recht bleibt der beauftragte Treuhänder für die korrekte Abwicklung haftbar, unabhängig davon, welches System die operative Ausführung übernimmt. Das erfordert technische Kontrollmechanismen, die dem Treuhänder jederzeit Einblick in die Aktivitäten des Agenten gewähren.
Finanzberater, die KMU-Kunden in der Evaluation solcher Systeme begleiten, sollten drei Prüfkriterien in den Vordergrund stellen: Erstens, ob der Anbieter eine nachvollziehbare Entscheidungsprotokollierung anbietet. Zweitens, ob der Betrieb auf Schweizer oder zumindest EWR-Servern erfolgt, um nDSG-Anforderungen zu erfüllen. Drittens, ob das System eine konfigurierbare Freigabeschwelle kennt, oberhalb der menschliche Genehmigung erforderlich ist. Lösungen, die keines dieser Kriterien erfüllen, sind im Schweizer Geschäftsbetrieb mit erheblichen rechtlichen Risiken verbunden.
Quelle: Finextra — Dieser Artikel wurde automatisch mit KI erstellt und basiert auf der oben verlinkten Originalquelle. Er wurde nicht individuell redaktionell geprüft. Keine Finanzberatung.
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References
- [1]NewsCredibility: 7/10Finextra. "JP Morgan Payments teams with Mirakl to tackle agentic commerce." March 10, 2026.
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Originalquelle
Dieser Artikel basiert auf JP Morgan Payments teams with Mirakl to tackle agentic commerce (Finextra)


