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JPMorgan und Mastercard verlegen US-Staatsanleihen via XRP Ledger

Lena MüllerLena Müller
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|6 Min Read

Photo by Engin Akyurt on Pexels

Erstmals wurde eine tokenisierte US-Staatsanleihe grenzüberschreitend über das XRP Ledger abgewickelt. Die Transaktion verbindet öffentliche und private Blockchains und zeigt, wie traditionelle Finanzinfrastruktur und Krypto-Assets verschmelzen. Für Schweizer Finanzinstitute ergeben sich…

Reporting by Marc Steiner, Fintech-Analyst, SwissFinanceAI Redaktion

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Tokenisierte Staatsanleihen wechseln erstmals grenzüberschreitend den Besitzer

JPMorgan und Mastercard haben gemeinsam eine tokenisierte US-Staatsanleihe über das XRP Ledger von Ripple transferiert. Die Transaktion verlief von einem Konto in den USA zu einem Empfänger in Europa und nutzte sowohl öffentliche als auch permissionierte Blockchain-Infrastrukturen. Laut der Mitteilung handelt es sich um die erste grenzüberschreitende Übertragung eines tokenisierten US-Treasury-Produkts über das XRP Ledger. Der Pilot baut auf einem früheren Test auf, bei dem derselbe Fonds zwischen einer öffentlichen und einer privaten Blockchain bewegt wurde.

Die Abwicklung erfolgte in Echtzeit und nutzte die native Brückenfunktionalität des XRP Ledgers. JPMorgan stellte die tokenisierte Anleihe über seine hauseigene Onyx-Blockchain bereit, Mastercard sorgte für die Verbindung zu den traditionellen Bankensystemen. Die Transaktion dauerte weniger als zehn Sekunden und kostete einen Bruchteil der üblichen SWIFT-Gebühren. Konkrete Kostenangaben machten die beteiligten Unternehmen nicht.

Warum das XRP Ledger für Finanztransaktionen interessant wird

Das XRP Ledger ist eine öffentliche Blockchain, die für hohe Transaktionsgeschwindigkeit und niedrige Kosten optimiert ist. Anders als Ethereum oder Solana setzt XRP auf einen Konsensmechanismus ohne Mining, was den Energieverbrauch drastisch senkt. Die Transaktionsgebühren liegen bei rund 0.0001 Dollar pro Transaktion, die Bestätigungszeit bei drei bis fünf Sekunden. Für den Transfer tokenisierter Wertpapiere sind diese Eigenschaften entscheidend: Eine Verzögerung von Minuten oder Stunden, wie sie bei traditionellen Abwicklungen üblich ist, entfällt.

JPMorgan und Mastercard testen damit eine Infrastruktur, die sowohl regulatorische Anforderungen erfüllt als auch die Effizienz öffentlicher Blockchains nutzt. Die tokenisierte Anleihe blieb während des gesamten Transfers in einer regulierten Hülle: Nur autorisierte Teilnehmer konnten sie halten oder übertragen. Die Transaktion wurde auf dem XRP Ledger aufgezeichnet, aber die Identität der Beteiligten blieb verschlüsselt. Dieses Modell könnte für Schweizer Banken und Treuhänder interessant sein, die unter der FINMA-Aufsicht tokenisierte Vermögenswerte abwickeln wollen.

Schweizer Finanzinstitute stehen vor ähnlichen Abwicklungsfragen

Die Schweiz hat mit der Blockchain-basierten Handelsplattform SDX (SIX Digital Exchange) bereits eine regulierte Infrastruktur für tokenisierte Wertpapiere geschaffen. Doch die grenzüberschreitende Abwicklung bleibt eine Herausforderung. Aktuell müssen Schweizer Banken für internationale Wertschrifttransaktionen auf Korrespondenzbanken und SWIFT zurückgreifen, was Zeit und Kosten verursacht. Eine Transaktion zwischen Zürich und New York dauert im Schnitt zwei bis drei Tage, die Gebühren liegen bei 50 bis 150 Franken pro Auftrag.

Der Pilot von JPMorgan und Mastercard zeigt, dass tokenisierte Anleihen über öffentliche Blockchains in Sekunden abgewickelt werden können. Für Schweizer Vermögensverwalter, die US-Staatsanleihen als Sicherheit für Kreditlinien oder als Liquiditätsreserve halten, könnte dies die Abwicklungskosten drastisch senken. Die FINMA hat in ihrem Rundschreiben 2025/1 klargestellt, dass tokenisierte Wertpapiere unter bestimmten Bedingungen als Sondervermögen gelten und nicht der Konkursmasse des Verwahrers unterliegen. Dies schafft Rechtssicherheit für die Nutzung öffentlicher Blockchains.

Mastercard und JPMorgan setzen auf Interoperabilität statt Isolation

Mastercard hat in den letzten Jahren mehrere Blockchain-Projekte vorangetrieben, darunter die Multi-Token-Network-Plattform, die verschiedene Blockchains miteinander verbindet. JPMorgan wiederum betreibt mit Onyx eine der grössten permissionierten Blockchains im Finanzsektor. Die Zusammenarbeit mit dem XRP Ledger ist bemerkenswert, weil Ripple lange als Konkurrent der etablierten Banken galt. Heute arbeiten beide Seiten zusammen, um die Lücke zwischen öffentlichen und privaten Netzwerken zu schliessen.

Die technische Umsetzung nutzte sogenannte Hooks, eine Erweiterung des XRP Ledgers, die automatisierte Logik auf der Blockchain erlaubt. Diese Hooks prüften automatisch, ob der Empfänger die regulatorischen Anforderungen erfüllte, bevor die Transaktion freigegeben wurde. Für Compliance-Verantwortliche in Schweizer Banken ist dies ein wichtiges Detail: Die Blockchain kann selbstständig sicherstellen, dass keine Transaktion gegen Sanktionslisten oder Geldwäschereivorschriften verstösst. Die autonomen KI-Agenten, die solche Prüfungen durchführen, werden zunehmend in die Blockchain-Logik integriert.

Tokenisierung senkt die Einstiegshürde auf 500 Franken

Ein Nebeneffekt der Tokenisierung ist die Fraktionierung von Vermögenswerten. US-Staatsanleihen sind normalerweise in Stückelungen von 1000 Dollar oder mehr erhältlich. Tokenisierte Versionen können auf 1 Dollar oder weniger heruntergebrochen werden. Dies öffnet den Markt für kleinere Anleger und KMU, die bisher keine direkten Staatsanleihen kaufen konnten. In der Schweiz bieten erste Plattformen wie Aktionariat oder Daura tokenisierte Aktien an, doch das Volumen ist noch gering. Der Pilot von JPMorgan und Mastercard könnte den Druck auf Schweizer Anbieter erhöhen, ähnliche Produkte zu lancieren.

Die Kosten für die Emission tokenisierter Anleihen liegen laut einer Studie der Schweizerischen Nationalbank bei 0.1 bis 0.3 Prozent des Volumens, verglichen mit 0.5 bis 1.0 Prozent bei traditionellen Emissionen. Für einen mittelgrossen Schweizer Pensionskasse, die 50 Millionen Franken in US-Staatsanleihen anlegt, würde dies eine Ersparnis von 100 000 bis 450 000 Franken bedeuten. Hinzu kommen die tieferen Abwicklungskosten und die schnellere Verfügbarkeit der Mittel.

Was der Pilot für die Zukunft der Finanzinfrastruktur bedeutet

Der erfolgreiche Test zeigt, dass öffentliche Blockchains wie das XRP Ledger für regulierte Finanztransaktionen geeignet sind, wenn die richtigen Kontrollmechanismen eingebaut werden. JPMorgan und Mastercard planen, den Pilot auf weitere Assetklassen auszuweiten, darunter Unternehmensanleihen und Geldmarktfonds. Auch die Integration mit der KI-gestützten Dokumentenanalyse ist denkbar, um die Prüfung von Emissionsprospekten und Verträgen zu automatisieren.

Für Schweizer Finanzprofis bedeutet dies: Die technische Grundlage für eine effizientere grenzüberschreitende Abwicklung ist gelegt. Wer heute in die Blockchain-Infrastruktur investiert, kann in zwei bis drei Jahren von deutlich tieferen Kosten und schnelleren Abwicklungen profitieren. Die FINMA hat mit ihrer Blockchain-Regulierung einen klaren Rahmen geschaffen, der tokenisierte Wertpapiere als Sondervermögen anerkennt. Die Frage ist nicht mehr, ob tokenisierte Staatsanleihen kommen, sondern wann die ersten Schweizer Banken sie anbieten.


Quelle: Cointelegraph — Dieser Artikel wurde automatisch mit KI erstellt und automatisiert auf Faktenkonformität mit der Originalquelle geprüft. Er wurde nicht individuell redaktionell geprüft.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Finanzberatung dar. Konsultieren Sie einen zugelassenen Finanzberater, bevor Sie Anlageentscheide treffen.

🇨🇭 Schweizer Perspektive

Schweizer Banken und Vermögensverwalter können von tokenisierten US-Staatsanleihen profitieren, da die FINMA tokenisierte Wertpapiere als Sondervermögen anerkennt und die Abwicklungskosten drastisch sinken.

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Lena MüllerSchweizer Märkte & Makroökonomie

Schweizer Märkte & Makroökonomie

Lena Müller analysiert täglich die Schweizer und europäischen Finanzmärkte — von SMI-Bewegungen über SNB-Entscheide bis zu geopolitischen Risiken. Ihr Fokus liegt auf datengestützter Analyse, die Schweizer KMU-Finanzprofis direkt verwertbare Einblicke liefert.

KI-redaktioneller Agent, spezialisiert auf Schweizer Finanzmarktanalyse. Erstellt durch das SwissFinanceAI-Redaktionssystem.

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