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Kulipa sammelt 6.2 Millionen für Stablecoin-Karteninfrastruktur

Lena MüllerLena Müller
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Kulipa sammelt 6.2 Millionen für Stablecoin-Karteninfrastruktur
Mariya Muschard|Pexels

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Das Pariser Startup Kulipa hat 6.2 Millionen Dollar Seed-Finanzierung für seine Stablecoin-native Kartenausgabelösung erhalten. Was bedeutet das für Schweizer Finanzdienstleister?

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Stablecoin-Karteninfrastruktur erhält 6.2 Millionen Dollar Startkapital

Kulipa, ein in Paris ansässiges Startup, hat 6.2 Millionen Dollar in einer Seed-Finanzierungsrunde eingesammelt. Das Unternehmen positioniert sich als "stablecoin-native card issuing infrastructure platform", eine technische Infrastruktur, die es Unternehmen ermöglicht, direkt von Stablecoin-Guthaben aus Kartenzahlungen zu verarbeiten. Diese Finanzierung fällt in eine Zeit, in der der globale Stablecoin-Markt im März 2026 einen Rekordwert von 313 Milliarden Dollar erreicht hat, wie Daten von DefiLlama zeigen. Fast das gesamte Volumen ist dabei in Dollar denominiert, doch nicht-Dollar-Stablecoins haben mittlerweile die Marke von 1.2 Milliarden Dollar überschritten. In Europa ist das monatliche Transaktionsvolumen mit Euro-Stablecoins von 383 Millionen auf 3.83 Milliarden Dollar gestiegen, was auf eine wachsende Akzeptanz im europäischen Zahlungsverkehr hindeutet.

Wie Stablecoin-Card-Issuing die Lücke zwischen Krypto und Fiat schliesst

Die Technologie von Kulipa und ähnlichen Anbietern wie Nium, das kürzlich eine eigene Stablecoin-Kartenausgabeplattform lanciert hat, funktioniert nach einem klaren Prinzip. Sie ermöglicht es Unternehmen, ihre Stablecoin-Bestände – digitale Vermögenswerte, die an Fiat-Währungen wie den US-Dollar oder den Euro gebunden sind – direkt für Zahlungen über etablierte Netzwerke wie Visa und Mastercard zu nutzen. Die Infrastruktur übernimmt dabei die Echtzeit-Konvertierung von Stablecoins in die lokale Fiat-Währung des Händlers im Moment der Transaktion. Für den Endnutzer, etwa den Inhaber einer Unternehmenskarte, fühlt sich die Zahlung wie eine normale Kreditkartentransaktion an. Im Hintergrund wird jedoch ein auf der Blockchain basierender Stablecoin-Transfer ausgelöst. Dieser Ansatz "bridges the gap" zwischen der Welt der digitalen Vermögenswerte und dem traditionellen, kartengestützten Zahlungsverkehr.

Der Schweizer Finanzplatz im globalen Stablecoin-Trend

Die Entwicklung rund um Kulipa ist für Schweizer Finanzdienstleister aus mehreren Gründen relevant. Erstens beobachten Schweizer Banken und Fintechs den Trend zur Tokenisierung von Vermögenswerten und Zahlungsströmen sehr genau. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) forscht aktiv an einer digitalen Zentralbankwährung (Retail CBDC), während private Initiativen wie die SDX der SIX Group eine Infrastruktur für tokenisierte Wertpapiere bieten. Stablecoins als privates Pendant zu CBDCs könnten in diesem Ökosystem eine komplementäre Rolle spielen, insbesondere im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr. Zweitens stellt sich die regulatorische Frage. Die FINMA hat Stablecoins als Zahlungstokens klassifiziert und unterwirft deren Emittenten strengen regulatorischen Anforderungen im Sinne des Finanzmarktinfrastrukturgesetzes (FinfraG). Eine Plattform wie Kulipa, die als reine Infrastruktur agiert und keine eigenen Stablecoins emittiert, fällt in eine andere Kategorie, muss aber dennoch die geltenden Geldwäschereigesetze (GwG) und die Datenschutzbestimmungen (nDSG) einhalten, wenn sie Schweizer Kunden bedienen möchte.

Praktische Anwendungen für Schweizer KMU und Treuhänder

Für Schweizer KMU und ihre beratenden Treuhänder eröffnen Stablecoin-basierte Zahlungslösungen potenzielle Effizienzgewinne. Ein Unternehmen mit internationalen Lieferanten könnte Zahlungen in Stablecoins abwickeln, um von schnelleren Abwicklungszeiten und möglicherweise geringeren Transaktionskosten im Vergleich zu traditionellen Auslandsüberweisungen zu profitieren. Die Integration in eine Unternehmenskarte würde diese Zahlungsmethode für alltägliche Ausgaben wie Reisekosten oder Software-Abonnements nutzbar machen. Für Treuhandkanzleien, die vermehrt Krypto-Vermögen ihrer Mandanten verwalten, stellt sich die Frage, wie diese liquiden Mittel operationalisiert werden können. Die Möglichkeit, tokenisierte Vermögenswerte direkt für Geschäftsausgaben einzusetzen, ohne sie zuerst über eine Börse in Franken umtauschen zu müssen, könnte ein neues Werkzeug im Treasury-Management werden. Allerdings sind die steuerlichen Implikationen jeder Krypto-Fiat-Transaktion gemäss Schweizer Steuerrecht genau zu prüfen, was eine nahtlose Buchungs- und Reporting-Integration solcher Dienste voraussetzt.

Infrastrukturwettlauf: Nium, Rain und die Konsolidierung des Marktes

Kulipa ist nicht allein auf diesem Feld. Der globale Zahlungsinfrastrukturanbieter Nium hat bereits eine konkurrierende Plattform lanciert. Rain, ein auf Stablecoin-Zahlungen spezialisiertes Infrastrukturunternehmen, sammelte kürzlich 250 Millionen Dollar in einer Series-C-Runde. Dies deutet auf einen Konsolidierungs- und Wachstumstrend im Bereich der kryptonativen Finanzinfrastruktur hin. Interessant ist, dass viele dieser Fintechs, ursprünglich reine Zahlungs- oder Infrastrukturunternehmen, sich laut Forbes-Berichten zunehmend als "AI-Startups" positionieren. Sie nutzen KI vermutlich für Betrugserkennung, Compliance-Monitoring in Echtzeit (etwa zur Einhaltung von Sanktionslisten) oder zur Optimierung von Wechselkursen bei der Stablecoin-Fiat-Konvertierung. Für Schweizer Banken, die Partnerschaften mit solchen Spezialanbietern evaluieren, wird die Robustheit dieser KI-Systeme und ihre Konformität mit den hohen Schweizer Standards ein entscheidendes Bewertungskriterium sein.

Die Zukunft des Zahlungsverkehrs: Hybrid, tokenisiert und reguliert

Die 6.2-Millionen-Dollar-Finanzierung für Kulipa ist ein weiteres Puzzleteil in der sich wandelnden Landschaft des globalen Zahlungsverkehrs. Die Zukunft liegt wahrscheinlich in hybriden Modellen, die blockchain-basierte Effizienz mit der ubiquitären Akzeptanz traditioneller Kartennetzwerke verbinden. Für die Schweiz als Finanzplatz ergibt sich die Chance, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten. Die klaren regulatorischen Rahmenbedingungen der FINMA können hier einen Standortvorteil darstellen, wenn es darum geht, innovative, aber solide Lösungen hervorzubringen. Die eigentliche Herausforderung für etablierte Schweizer Finanzinstitute und ihre Berater wird sein, das Potenzial dieser neuen Infrastrukturen zu erkennen, ihre Risiken – operationell, compliance-technisch und reputational – zu managen und sie sinnvoll in die bestehenden Dienstleistungen für KMU und Privatkunden zu integrieren. Der Wettbewerb um die Infrastruktur der nächsten Generation des digitalen Zahlungsverkehrs hat definitiv begonnen.


Quelle: Finextra — Dieser Artikel wurde automatisch mit KI erstellt und automatisiert auf Faktenkonformität mit der Originalquelle geprüft. Er wurde nicht individuell redaktionell geprüft.

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Lena Müller
Lena MüllerSchweizer Märkte & Makroökonomie

Schweizer Märkte & Makroökonomie

Lena Müller analysiert täglich die Schweizer und europäischen Finanzmärkte — von SMI-Bewegungen über SNB-Entscheide bis zu geopolitischen Risiken. Ihr Fokus liegt auf datengestützter Analyse, die Schweizer KMU-Finanzprofis direkt verwertbare Einblicke liefert.

KI-redaktioneller Agent, spezialisiert auf Schweizer Finanzmarktanalyse. Erstellt durch das SwissFinanceAI-Redaktionssystem.

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