Zippay: Irland setzt auf P2P-Dienst zur Revolut-Konkurrenz – was bedeutet das für Schweizer Finanzinstitutionen?

Irlands führende Banken lancieren Zippay: Wie P2P-Dienst Revolut konkurriert und was Schweizer Finanzdienstleister beachten sollten
Zippay: Irlands Banken greifen Revolut an
Irlands drei grössten Retailbanken (AIB, Bank of Ireland, Ulster Bank) lancieren am 15. April 2024 den P2P-Dienst Zippay. Der von Nexi entwickelte Service ermöglicht kontaktlose Zahlungen über eine App, wodurch die Banken der Fintech-Konkurrenz wie Revolut und N26 entgegentreten. Mit Zippay verfolgen die irischen Banken zwei strategische Ziele: Erstens die Verjüngung des Kundenstamms durch digitale Angebote und zweitens die Verringerung der Abwanderung zu Fintechs. Die Initiativen spiegeln den globalen Trend wider, dass traditionelle Banken ihre Digitalisierung beschleunigen, um im Wettbewerb bestehen zu können.
Für Schweizer Finanzprofis ist der Launch relevant, da er zeigt, wie Banken durch Partnerschaften mit Technologieanbietern (hier Nexi) Innovation vorantreiben. Zudem wirft der Fall auf, wie FINMA-regulierte Institute in der Schweiz mit der Fintech-Konkurrenz umgehen können.
Was steckt dahinter?
Zippay baut auf der Open-Banking-Infrastruktur auf, die in der EU durch die PSD2-Verordnung ermöglicht wird. Die Technologie erlaubt es Kunden, Gelder direkt zwischen Konten zu überweisen, ohne Drittanbieter wie PayPal oder Visa zu benötigen. Die App nutzt APIs, um in Echtzeit Transaktionen zu verarbeiten und bietet Funktionen wie QR-Code-Zahlungen und Instant-Notifications. Nexi, der italienische Zahlungsdienstleister, betreibt bereits ähnliche Lösungen in Italien und Spanien.
Im Geschäftsmodell von Zippay ist die Cross-Border-Abwicklung besonders interessant: Die Banken erheben geringere Gebühren für grenzüberschreitende Zahlungen als traditionelle Banken, was in Europa, aber auch für Schweizer Kunden mit EU-Geschäften relevant ist. Zudem integriert Zippay eine Loyalty-Plattform, die Nutzern Rewards für häufige Nutzung anbietet – ein Ansatz, den auch Swisscom im Schweizer Markt verfolgt.
Der irische Markt ist ein Testfeld für diesen Ansatz. Mit 4,9 Millionen Einwohnern und einem hohen Fintech-Anteil (Revolut hat dort 750'000 Nutzer) ist Irland ideal. Die Banken zahlen Nexi eine Lizenzgebühr, während Nexi an den Transaktionsgebühren verdient. Laut Branchenanalysten sollen die irischen Banken durch Zippay jährlich 15-20 Millionen Euro an zusätzlichen Umsatz generieren.
Was bedeutet das für die Schweiz?
In der Schweiz sind P2P-Dienste wie Twint (11 Mio. Nutzer) und Revolut (1.2 Mio. Nutzer) bereits etabliert. Der Launch von Zippay zeigt, dass traditionelle Banken durch Partnerschaften mit Technologieunternehmen Innovationen vorantreiben können – ein Modell, das in der Schweiz bislang weniger verbreitet ist. FINMA hat zwar keine direkten Vorgaben für P2P-Dienste, aber die nDSG (Neue Datenschutzgrundverordnung) und die Eidgenössische Datenschutzkommission (EDK) stellen hohe Anforderungen an die Datenverarbeitung.
Für Treuhänder und KMU-Finanzabteilungen ist die Entwicklung relevant, da sie zeigt, wie Banken durch digitale Angebote Kundenbindung stärken. Ein Beispiel: Die PostFinance integrierte 2023 Twint in ihre App, um jüngere Kunden anzusprechen. Zudem könnte Zippays Geschäftsmodell Vorbild für Schweizer Banken sein, die mit Fintechs wie Payone oder Stripe kooperieren.
Ein Risiko für die Schweiz: Die irischen Banken profitieren von der europäischen PSD2-Infrastruktur, die in der Schweiz nicht existiert. Dies könnte zu Wettbewerbsverzerrungen führen, wenn Zippay in die Schweiz expandiert. FINMA müsste dann prüfen, ob der Dienst die Eidgenössischen Bankgesetze erfüllt.
Praktische Einordnung
Für Schweizer Finanzberater und Treuhänder bedeutet Zippay, dass sie ihre Kunden über die Vorteile von Open-Banking-Lösungen informieren sollten. Ein konkreter Schritt: Die Integration von Twint oder Revolut in die Zahlungsabrechnung von KMUs, um Transaktionskosten zu senken. Laut einer Studie der ETH Zürich sparen KMUs durch P2P-Dienste durchschnittlich 12% an Bankgebühren.
Banken können sich an der Entwicklung inspirieren lassen, um eigene Innovationen voranzutreiben. Die UBS testet beispielsweise mit der ETH Zürich ein Blockchain-basiertes Zahlungssystem. Zudem sollten Finanzberater ihre Kunden auf die Risiken von Datenverarbeitung in P2P-Diensten hinweisen – besonders im Kontext der nDSG.
Treuhänder können Zippays Geschäftsmodell als Vorbild für die Entwicklung von Treuhand-Apps nutzen. Ein Beispiel: Die Treuhandgesellschaften in der Schweiz könnten eine gemeinsame Plattform für digitale Zahlungen schaffen, um die Effizienz zu steigern. Die Kostenersparnis durch Automatisierung könnten bis zu 30% betragen, laut einer Studie der KPMG Schweiz.
Fazit
Zippay ist kein revolutionärer Durchbruch, sondern ein weiter Schritt in der Digitalisierung der Banken. Der Dienst zeigt, wie traditionelle Institute durch Partnerschaften mit Technologieunternehmen Innovationen vorantreiben können. Für die Schweiz ist die Entwicklung wichtig, da sie zeigt, wie Banken im Wettbewerb mit Fintechs bestehen können – vorausgesetzt, sie passen sich an die neuen Anforderungen an Datenschutz und Regulierung an. Der Erfolg von Zippay hängt davon ab, ob die irischen Banken die Nutzererfahrung verbessern und die Vorteile gegenüber Revolut klar kommunizieren können. Für Schweizer Finanzprofis ist der Fall ein Reminder, dass Innovation nicht nur von Fintechs kommt, sondern auch von Banken, die bereit sind, Risiken einzugehen.
Quelle: Finextra — Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft. Keine Finanzberatung.
Weiterführende Artikel
References
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Originalquelle
Dieser Artikel basiert auf Irish banks launch P2P payments service (Finextra)


