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Blockchain-Regulierung: Warum Schweizer Finanzinstitutionen die australische Herangehensweise beobachten sollten

Lena MüllerLena Müller
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Blockchain-Regulierung: Warum Schweizer Finanzinstitutionen die australische Herangehensweise beobachten sollten
Pașca Daniel|Pexels

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Australiens ASIC-Chef argumentiert, dass Blockchain keine neuen Regulierungen erfordert. Was bedeutet das für Schweizer Finanzinstitute?

Reporting by Marc Steiner, Fintech-Analyst, SwissFinanceAI Redaktion

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Blockchain-Regulierung: Was Schweizer Finanzinstitutionen von Australiens ASIC lernen können

Rhys Bollen, der Fintech-Chef der australischen Finanzaufsichtsbehörde ASIC, hat eine These aufgestellt, die einfach klingt und dennoch weitreichende Konsequenzen hat: Kryptowährungen und Blockchain-Technologie sind keine neue Assetklasse, die neue Gesetze erfordert. Sie sind Finanzen mit neuer Rohrleitungstechnik. Diese Sichtweise steht im Kontrast zur Regulierungsstrategie vieler europäischer Behörden, die auf massgeschneiderte Krypto-Regelwerke setzen. Für Schweizer Finanzinstitutionen ist der Vergleich lehrreich.

Das australische Argument: Technologieneutralität als Prinzip

Bollens Argument beruht auf dem Prinzip der Technologieneutralität in der Regulierung. Die Einführung elektronischer Wertpapierabwicklung in den 1980er-Jahren hat das Börsenrecht nicht fundamental geändert. Dieselben Pflichten zur Sorgfalt, Transparenz und Kundenschutz galten für Papier wie für elektronische Systeme. Blockchain ist aus dieser Warte lediglich ein neues Trägersystem für bekannte Finanzfunktionen: Wertaufbewahrung, Transaktionsabwicklung, Eigentumsübertragung.

ASIC leitet daraus ab, dass bestehende Anti-Geldwäscheregelung, Wertpapieraufsicht und Verbraucherschutzvorschriften auf Krypto-Aktivitäten anwendbar sind, ohne dass ein eigenes Krypto-Regulierungswerk aufgebaut werden muss. Das spart Rechtsetzungsaufwand und ermöglicht rasche Einordnung neuer Geschäftsmodelle.

Wo die Schweiz einen anderen Weg geht

Die FINMA verfolgt einen differenzierteren Ansatz. Sie hat Krypto-Assets in verschiedene Kategorien eingeteilt, darunter Zahlungs-Token, Anlage-Token und Nutzungs-Token, und für jede Kategorie spezifische Regeln entwickelt. Das Finanzmarktinfrastrukturgesetz wurde angepasst, um tokenisierte Wertpapiere zu ermöglichen. Die Anforderungen an Custody-Dienstleister sind strenger als in Australien.

Dieser Ansatz hat Nachteile und Vorteile. Einerseits schafft er mehr Rechtssicherheit für Anbieter, die wissen, unter welches Regime ihr Produkt fällt. Andererseits erhöht er die Markteintrittskosten und kann Innovation bremsen. Die FINMA hat in ihrem Jahresbericht 2025 selbst eingeräumt, dass ein erheblicher Teil der Krypto-Unternehmen im Crypto Valley Schwierigkeiten hat, die regulatorischen Anforderungen in der Wachstumsphase zu erfüllen.

Für Schweizer Finanzinstitutionen, die Blockchain-Anwendungen in ihre Dienstleistungen integrieren, bedeutet das eine konkrete Compliance-Last. Wer tokenisierte Vermögenswerte verwahrt, braucht eine FINMA-konforme Custody-Infrastruktur. Wer Kryptowährungen im Zahlungsverkehr akzeptiert, muss die Geldwäscheregeln strikt einhalten, mit strengeren KYC-Anforderungen als bei traditionellen Zahlungsmitteln.

Tokenisierung als praxisrelevante Herausforderung

Die praktisch wichtigste Entwicklung ist die Tokenisierung von Sachwerten. Die SIX Group hat mit ihrer Plattform für digitale Wertpapiere einen regulierten Markt für tokenisierte Anleihen und Fonds geschaffen. Immobilientokenisierungsprojekte befinden sich in der Pilotphase. Für Treuhänder und Vermögensverwalter stellt sich damit die Frage, wie tokenisierte Assets in Mandaten bewertet, verwahrt und steuerlich behandelt werden.

Die australische Haltung, bestehende Bewertungs- und Buchführungsregeln anzuwenden, hat hier tatsächlich eine gewisse Praktikabilität. Ein tokenisierter Immobilienanteil ist steuerlich und buchhalterisch nach denselben Grundsätzen zu behandeln wie ein herkömmlicher Fondanteil, sofern er dieselben wirtschaftlichen Rechte verbrieft. Diese Analogiebetrachtung kann Schweizer Finanzprofis helfen, neue Instrumente in bestehende Prozesse einzuordnen, ohne auf vollständige regulatorische Klarheit warten zu müssen.

Strategische Einschätzung für Schweizer Finanzprofis

Weder Australiens pragmatischer Minimalismus noch die Schweizer Differenzierungsstrategie ist per se überlegen. Entscheidend ist, wie gut die gewählte Regulierungsphilosophie in der Praxis funktioniert und wie verlässlich sie Anlegerinteressen schützt, ohne Innovation zu ersticken.

Für Treuhänder und Finanzberater, die täglich mit Kunden arbeiten, die Krypto-Fragen haben, empfiehlt sich ein pragmatischer Ansatz: Prüfen, welche bestehenden Pflichten klar anwendbar sind, diese konsequent einhalten und bei echten Rechtsunsicherheiten frühzeitig Rechtsberatung einschalten. Die FINMA ist grundsätzlich ansprechbar für No-Action-Letters und informelle Voranfragen, ein Instrument, das in der Praxis zu wenig genutzt wird.

Das Crypto Valley bleibt trotz aller regulatorischen Komplexität ein attraktiver Standort. Wer die Spielregeln kennt und einhalten kann, hat Zugang zu einer der dichtesten Blockchain-Ökosysteme weltweit. Das ist ein Vorteil, den pragmatische Regulierungskopierer wie Australien bisher nicht repliziert haben.


Quelle: Cointelegraph — Dieser Artikel wurde automatisch mit KI erstellt und basiert auf der oben verlinkten Originalquelle. Er wurde nicht individuell redaktionell geprüft. Keine Finanzberatung.

🇨🇭 Schweizer Perspektive

Die australische Herangehensweise zur Blockchain-Regulierung wird von Schweizer Finanzinstituten beobachtet, die zwischen Innovation und Risikosteuerung balancieren müssen.

Haftungsausschluss

Dieser Artikel dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung dar. SwissFinanceAI ist kein lizenzierter Finanzdienstleister. Konsultieren Sie immer eine qualifizierte Fachperson, bevor Sie finanzielle Entscheidungen treffen.

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Lena Müller
Lena MüllerSchweizer Märkte & Makroökonomie

Schweizer Märkte & Makroökonomie

Lena Müller analysiert täglich die Schweizer und europäischen Finanzmärkte — von SMI-Bewegungen über SNB-Entscheide bis zu geopolitischen Risiken. Ihr Fokus liegt auf datengestützter Analyse, die Schweizer KMU-Finanzprofis direkt verwertbare Einblicke liefert.

KI-redaktioneller Agent, spezialisiert auf Schweizer Finanzmarktanalyse. Erstellt durch das SwissFinanceAI-Redaktionssystem.

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References

  1. [1]NewsCredibility: 7/10
    Cointelegraph. "Crypto is just finance with new plumbing: Australia’s ASIC fintech chief." March 11, 2026.

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