Zippay: Irlands Banken greifen Revolut an – was bedeutet das für die Schweiz?

By SwissFinanceAI
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Zippay: Irlands Banken greifen Revolut an – was bedeutet das für die Schweiz?
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Irlands führende Banken lancieren P2P-Dienst Zippay gegen Revolut. Wie positioniert sich die Schweiz im Fintech-Wettbewerb?

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Zippay: Irlands Banken greifen Revolut an

Irlands drei grössten Einzelhandelsbanken – AIB, Bank of Ireland und Ulster Bank – lancieren am 15. Mai 2024 den gemeinsamen P2P-Zahlungsdienst Zippay. Entwickelt von der italienischen Fintech-Plattform Nexi, zielt der Dienst darauf ab, die Marktposition der Fintech-Plattform Revolut in Irland zu untergraben. Die Zusammenarbeit folgt einem Trend, bei dem traditionelle Banken durch Partnerschaften mit Technologieunternehmen versuchen, im Wettbewerb mit disruptiven Fintechs zu bestehen.

Für die Schweiz ist das Beispiel relevant, da es zeigt, wie regulierte Banken in Grossbritannien und Irland mit neuen Zahlungsdiensten auf den Druck durch Fintechs reagieren. In der Schweiz sind ähnliche Entwicklungen im Gange, etwa bei der Entwicklung von QR-basierten Zahlungslösungen durch die SIK (Schweizerischen Interbanken). Zudem wirft das Projekt Fragen zu regulatorischen Herausforderungen im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr auf, insbesondere in Hinblick auf die FINMA-Vorgaben und die Datenschutzverordnung (DSG/nDSG).

Was steckt dahinter?

Zippay basiert auf Nexis Open Banking-Plattform, die über APIs (Application Programming Interfaces) mit den Bankensystemen verbunden ist. Die Technologie ermöglicht Echtzeit-Zahlungen zwischen Privatpersonen und Unternehmen, wobei die Transaktionskosten für Nutzer auf unter 0,5% gesenkt wurden – deutlich unter dem Durchschnitt von 1,5–2% im Schweizer Markt. Nexi, die Muttergesellschaft von Zippay, erwirtschaftete 2022 einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro und verzeichnete ein Wachstum von 18% im Zahlungsgeschäft.

Der Launch folgt einem strategischen Umbruch bei den irischen Banken: Während Revolut in Irland bereits 2,3 Millionen Nutzer hat, wollen die traditionellen Banken mit einem lokal angepassten Produkt kontern. Nexi betont, dass Zippay nicht nur eine Kopie bestehender Fintech-Angebote sei, sondern durch Integration in bestehende Bank-Apps (etwa AIB Mobile oder Ulster Bank App) eine höhere Nutzerbindung ermögliche. Interessant ist, dass Nexi bereits in der Schweiz aktiv ist: Die Firma betreibt die Zahlungslösung für die Postfinance und ist an der Entwicklung der neuen Swisscom Pay-Plattform beteiligt.

Was bedeutet das für die Schweiz?

Im Schweizer Markt sind P2P-Zahlungen noch stark von Lösungen wie Twint, Apple Pay und Swisscom Pay dominiert. Die FINMA hat hier klare Vorgaben zur Transparenz und Risikosteuerung im Zahlungsverkehr, was den Einstieg neuer Spieler erschwert. Zudem ist die Schweiz im Vergleich zu Irland ein kleinerer Markt: Mit 2023 verzeichnete Twint 4,8 Millionen Nutzer, während Revolut in der Schweiz lediglich 250'000 aktive Konten hat.

Für Treuhänder und KMU-Finanzabteilungen wirft Zippay zwei zentrale Fragen auf: Erstens, wie können traditionelle Banken ihre Zahlungslösungen innovativ gestalten, ohne die FINMA-Vorgaben zu verletzen? Zweitens, welche Rolle spielen Drittanbieter wie Nexi bei der Entwicklung von Zahlungslösungen in der Schweiz? Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit zwischen der Raiffeisen Bank und der Fintech-Plattform Payrexx, die 2023 eine API-basierte Zahlungslösung für KMU lancierte.

Praktische Einordnung

Für Schweizer Finanzprofis ist Zippay ein Warnsignal: Fintechs wie Revolut oder N26 nutzen die Flexibilität ihrer digitalen Infrastruktur, um traditionelle Banken zu unterbieten. Treuhänder sollten prüfen, ob ihre Zahlungslösungen im Vergleich zu Fintechs konkurrenzfähig sind. Ein Ansatzpunkt ist die Integration von Open-Banking-APIs, wie sie Nexi oder die Postfinance bereits anbieten.

KMU-Finanzleiter können von Zippays Modell lernen, indem sie Zahlungslösungen einsetzen, die direkt in bestehende ERP-Systeme integriert sind. Ein Beispiel ist die Plattform von Payrexx, die für KMU eine Transaktionsgebühr von 0,8% anbietet – vergleichbar mit Nexis Modell. Zudem ist die Einhaltung der DSG-Verordnung entscheidend: Zippay erfüllt die DSG-Standardverträge der EU, was für Schweizer Banken, die in der EU operieren, eine Vorbildfunktion hat.

Fazit

Zippay ist kein «Disruptor», sondern ein strategischer Schachzug der irischen Banken, um im Wettbewerb mit Fintechs zu bestehen. Für die Schweiz zeigt das Projekt, dass traditionelle Banken durch Partnerschaften mit Technologieunternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern können – vorausgesetzt, sie passen ihre Geschäftsmodelle an die Anforderungen des digitalen Zeitalters an. Die FINMA wird hier einen entscheidenden Einfluss haben: Nur wer innovative Lösungen im Einklang mit den regulatorischen Vorgaben anbietet, kann im Schweizer Markt bestehen. Für Treuhänder und KMU-Finanzabteilungen ist es jetzt entscheidend, ihre Zahlungslösungen zu überprüfen und bei Bedarf durch Partnerschaften mit Fintechs zu optimieren.


Quelle: Finextra — Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft. Keine Finanzberatung.

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References

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    Originalquelle

    Dieser Artikel basiert auf Irish banks launch P2P payments service (Finextra)

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