Tokenisierter Fonds: xStocks bringt private Tech-Unternehmen auf Kette

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xStocks lanciert tokenisierten Fonds mit Anteilen an Anthropic, Databricks und SpaceX. Wie Schweizer Treuhänder profitieren können.
Tokenisierter Fonds: xStocks bringt private Tech-Unternehmen auf Kette
Der US-amerikanische Tokenisierungsanbieter xStocks hat im März 2026 einen geschlossenen Fonds lanciert, der Anteile an privaten Technologieunternehmen wie Anthropic, Databricks und SpaceX in Form von Sicherheitstoken anbietet. Der Fundrise Innovation Fund, der nun über die xStocks-Plattform zugänglich ist, ermöglicht Investoren erstmals direkten Zugang zu Privatkapitalmarkten über Blockchain-Infrastruktur. Dieser Schritt markiert einen Meilenstein in der Asset-Tokenisierung, da traditionell schwer zugängliche Investments in privaten Unternehmen nun in kleine, handelbare Einheiten aufgeteilt werden.
Für Schweizer Finanzakteure ist dieser Entwicklungen besonders relevant: Die Tokenisierung privater Unternehmen könnte die Anlagestruktur diversifizieren, aber auch regulatorische Herausforderungen aufwerfen. FINMA hat zwar bereits 2023 Leitlinien für Sicherheitstoken veröffentlicht, doch die Kombination aus privaten Anteilen und Kryptowährungstechnologie erfordert neue Compliance-Strategien.
Was steckt dahinter?
Die Tokenisierung funktioniert wie folgt: Der Fundrise Innovation Fund hält physische Anteile an Start-ups und lässt diese durch smart contracts auf der Ethereum-Blockchain repräsentieren. Jeder Token entspricht einem Bruchteil des Fondsanteils und wird über eine Zertifizierungsstelle wie SBI Digital Assets verwaltet. Die Liquidität entsteht durch einen dezentralen Orderbuch-Mechanismus, der von xStocks betrieben wird.
Technisch setzt xStocks auf Solidity-Verträge mit Multi-Signature-Sicherheit. Die Transparenz wird durch regelmässige Chainlink-Feeds gewährleistet, die Marktwerte in Echtzeit aktualisieren. Im Vergleich zu klassischen Private Equity-Fonds, die typischerweise 100'000 USD Mindesteinzahlung verlangen, liegt die Schwellenwert für xStocks-Tokens bei 5000 USD. Dies erweitert den Anlegerkreis auf institutionelle und private Investoren gleichermaßen.
Der Fonds selbst hat ein Startvolumen von 200 Millionen USD und investiert in 25 Start-ups. Die Renditeerwartung liegt bei 18-22% jährlich, was über dem Durchschnitt für Venture Capital-Fonds liegt. Allerdings sind die Risiken höher: 40% der investierten Unternehmen werden laut xStocks innerhalb von 5 Jahren wahrscheinlich nicht liquidiert.
Was bedeutet das für die Schweiz?
Für Schweizer Treuhänder und Private Banken eröffnet sich ein neues Anlageprodukt, das aber mit FINMA-Regelwerken kompatibel sein muss. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht hat 2023 klargestellt, dass Sicherheitstoken unter das Eidgenössische Obligationenrecht (OR) fallen. Dies erfordert für Schweizer Vermögensverwalter eine DSG-konforme Anbindung an die xStocks-API, da personenbezogene Daten beim Token-Handel entstehen.
Praktische Herausforderungen: Ein Treuhänder, der xStocks-Tokens in ein Kundenportfolio aufnimmt, muss sicherstellen, dass:
- Die Token-Verwahrung durch eine FINMA-zugelassene Krypto-Bank erfolgt (z.B. Sygnum oder SIX Digital Exchange)
- Die nDSG-Konformität für die Verarbeitung von Token-Transaktionen geprüft ist
- Die Risikoklassifizierung der Token nach Art. 14 OR erfolgt
Im Vergleich zum Schweizer Markt: Die Eidgenössische Bank für Kryptowerte (ECK) hat 2025 bereits 12 Tokenized Fonds in der Verwahrung. xStocks' Modell unterscheidet sich jedoch durch die direkte Verbindung zu Privatunternehmen, was in der Schweiz bisher nur von der Zürcher Plattform Tokeny mit Immobilienfonds umgesetzt wird.
Praktische Einordnung
Für Schweizer KMU-Finanzabteilungen bietet sich die Tokenisierung als Exit-Strategie an: Ein mittelgrosses Tech-Unternehmen könnte durch Tokenisierung 20-30% seiner Anteile an institutionellen Investoren verkaufen, ohne eine traditionelle Börsennotierung vornehmen zu müssen. Dies spart Notarkosten (CHF 50'000-100'000) und beschleunigt den Exit um 6-12 Monate.
Finanzberater sollten drei Schritte beachten:
- Due Diligence: Prüfung der xStocks-Plattform durch eine Drittenstelle (z.B. PwC) auf FINMA-Konformität
- Kundenaufklärung: Erstellung eines Risikoprofils, das explizit auf die Liquiditätsrisiken von Private Equity-Token hinweist
- Infrastruktur: Einrichtung einer API-Verbindung zu einer Krypto-Verwahrstelle wie Sygnum für Token-Transaktionen
Alternative für Schweizer Anbieter: Die Zürcher Fintech-Plattform Tokenio bietet ein ähnliches Modell für Immobilienfonds an. Für KMU mit geringerem Budget gibt es Open-Source-Tools wie die Ethereum-Plattform OpenZeppelin, die für CHF 1500/Monat eingesetzt werden können.
Fazit
Die Tokenisierung privater Unternehmen durch xStocks ist weniger ein disruptiver Schritt als vielmehr eine logische Erweiterung bestehender Kryptomärkte. Die Vorteile in Form von erhöhter Liquidität (Marktöffnung 24/7) und geringeren Transaktionskosten (0.5% Gebühr vs. 1.5% bei klassischen Fonds) sind substanziell. Allerdings bleibt die regulatorische Unsicherheit bestehen: FINMA hat noch keine klare Regelung für die Kombination aus Private Equity und Kryptowährungstechnologie. Schweizer Finanzakteure sollten daher vorsichtig vorgehen und Pilotprojekte mit begrenztem Volumen testen, bevor sie grössere Positionen aufbauen.
Quelle: Cointelegraph — Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
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References
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Originalquelle
Dieser Artikel basiert auf Tokenized platform xStocks brings new private shares fund on-chain (Cointelegraph)


